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Kriminalpolizei 

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DIE ENTWICKLUNG DER KRIMINALPOLIZEI IN LIECHTENSTEIN

Das Profil des Kriminalbeamten bei der Landespolizei hat sich in den letzten 40 Jahren vom Polizisten mit kriminalpolizeilichen Sonderaufgaben hin zum kriminalpolizeilichen Fachspezialisten entwickelt.


DIE ANFÄNGE 1933

Am 5. Januar 1933 trat das erste liechtensteinische Polizeigesetz in kraft, das die rechtliche Grundlage für die Schaffung des Sicherheitskorps des Fürstentums Liechtenstein darstellt. Damit schuf der Landtag einen "uniformierten und bewaffneten Zivilwachkörper zur Aufrechterhaltung der Ordnung, Ruhe und Sicherheit". Der Liechtensteiner Schutzmann war ein klassischer Generalist, der sämtliche polizeilichen Ereignisse vom Unfall über die Wirtshausschlägerei bis hin zum Wildfrevel bearbeitete.

EINRICHTUNG DER FAHNDUNGSPOLIZEI 1964

Mit der Schaffung der Abteilung Fahndungspolizei wurde 1964 ein erster Schritt in Richtung Professionalisierung der kriminalpolizeilichen Tätigkeit in Liechtenstein gemacht. Dennoch waren die ersten Fahnder weiterhin stark in den allgemeinen Polizeidienst eingebunden und mit allen anderen Polizeibereichen (Verkehr, Sicherheit) befasst.

DIE AUSBILDUNG

Die Schutzmänner des 1933 gebildeten Sicherheitskorps absolvierten die Grundausbildung in der Gendarmerieschule in Österreich und später dann zunehmend in den Polizeischulen unterschiedlicher Schweizer Kantonspolizeien. Nach der Einrichtung der Fahndungspolizei wurden einzelne Beamte zur Kriminalpolizei der KaPo St. Gallen geschickt, um ein vertieftes Wissen in kriminalpolizeilichen Belangen (Spurensicherung, etc.) zu erwerben.

HEUTE - ZUNEHMENDE SPEZIALISIERUNG

Heute arbeiten vielfach Quereinsteiger als Spezialisten in den Bereichen Kriminaltechnik und Wirtschaftskriminalität. Das soziale und ökonomische Umfeld und die immer komplexeren Problemstellungen im Bereich der Kriminalitätsbekämpfung, führte in den letzten Jahren dazu, dass verstärkt Fachspezialisten auch auf dem offenen Stellenmarkt für die Kriminalpolizei rekrutiert und berufsbegleitend polizeilich ausgebildet werden.

FOLGENDE FAKTOREN MACHEN DIESE SPEZIALISIERUNG NOTWENDIG:

- seitens der Justiz (Staatsanwaltschaft, Landgericht) werden immer höhere Anforderungen hinsichtlich Qualität und Professionalität der kriminalpolizeilichen Arbeit gestellt
- seit dem Jahre 2000 wurde die internationale Vernetzung der Liechtensteinischen Kriminalpolizei erheblich intensiviert
- die Kriminalpolizisten ausländischer Fachabteilungen (FBI, BKA, DEA, etc.) erwarten bei der Liechtensteiner Kriminalpolizei kompetente und professionelle Partner


Die Kriminalpolizei beschäftigt sich somit mit der Ermittlung von Straftatbeständen und unterstützt das Landgericht und die Staatsanwaltschaft bei der Strafverfolgung.

Dabei arbeitet sie eng mit inländischen Amtsstellen wie auch mit ausländischen Polizeibehörden und internationalen Organisationen (Interpol) zusammen.

Die Kriminalpolizei besteht aus vier Fachkommissariaten, die sich durch unterschiedliche Zuständigkeiten und Spezialisierungen auszeichnen. Bei den Kriminalbeamten handelt es sich um erfahrene Polizeibeamte, die sich durch intensive Aus- und Weiterbildung auf die Aufklärung und Ermittlung von Straftaten spezialisiert haben.

 

KOMMISSARIAT ERMITTLUNG

Der Ermittlungsdienst ermittelt wegen Delikte gegen fremdes Vermögen, Sittlichkeit, Leib und Leben, Betäubungsmitteldelikten sowie strafbaren Handlungen gegen das Staatsschutzgesetz.

Auch bei Brandfällen, Arbeits-, Sport- und Bergunfällen wird der Ermittlungsdienst herbeigezogen, wenn der Verdacht auf Brandstiftung bzw. Fremdeinwirkung gegeben ist. Suizide und außergewöhnliche Todesfälle fallen ebenfalls in die Zuständigkeit des Ermittlungsdienstes.

 

KOMMISSARIAT WIRTSCHAFTSKRIMINALITÄT

Das Kommissariat ist für die Ermittlung von Wirtschafts- und Betrugsdelikten sowie Geldwäschefällen zuständig. Im Auftrag des Landgerichts werden Hausdurchsuchungen vollzogen und die sichergestellten Unterlagen ausgewertet bzw. analysiert.

Ebenso werden Computer- und Internetdelikte bearbeitet. Es untersucht zudem Fälle, die in dem Bereich der organisierten Kriminalität fallen. Fälle also, in denen weltweit operierende kriminelle Organisationen den Finanzplatz Liechtenstein für kriminelle Aktivitäten zu missbrauchen versuchen.

 

KOMMISSARIAT FAHNDUNG

Dem Fahndungsdienst der Kriminalpolizei obliegt die Fahndung nach vermissten und verdächtigen Personen, sich illegal aufhaltenden Ausländern und gestohlenen Fahrzeugen.

Gleichzeitig ist der Fahndungsdienst für den Vollzug fremdenpolizeilicher Verfügungen bzw. von Aufträgen des Ausländer- und Passamtes zuständig.

Zusätzlich bearbeitet er auch noch kleinere Straftatbestände.

 

KOMMISSARIAT KRIMINALTECHNIK

Ein eigenes Kommissariat ist die Kriminaltechnik, deren Aufgabe die Spurensicherung am Tatort und an Personen ist. So suchen die Mitarbeiter Spuren am Tatort und sichern diese. Ebenso ist sie für die erkennungsdienstliche Behandlung von Personen zuständig.

Ein weiteres Aufgabengebiet ist die Echtheitsprüfung von Dokumenten, wie Pässen, Führerscheinen, ID-Karten, pp.